Neumühlenschule Borken, Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung
Mozartstr. 27, 46325 Borken,  Tel.: 02861-9432-0, Fax: 02861-9432-13
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Schulleiterin: Silke Nürnberg, Sekreteriat: Andrea Bitters

Pädagogische Grundorientierung, Teil 2

Eine weitere Besonderheit unseres Sonderschultyps ist, dass wir zwar das Klassenlehrerprinzip haben, aber in Teams unterrichten. Diese bestehen aus Fachkräften und Betreuern mit unterschiedlichen Berufen. In jedem Team sind mindestens ein Sonderschullehrer und ein Fachlehrer; es besteht in der Regel aus mindestens drei Personen. Ab Mittelstufe ist in jedem Team sowohl das weibliche als auch das männliche Geschlecht vertreten, so dass beide Rollen vorgelebt werden.

Da es für uns keine vorgeschriebene Stundentafel gibt, liegt es in der Verantwortung dieses Teams, den Stundenplan so zu gestalten, dass die Schüler möglichst umfassend gefördert werden. Für Mädchen und Jungen ist chancengleiches Lernen eingerichtet, z. B. haben Mädchen auch die Fächer Werken Holz/ Metall und Medienerziehung, Jungen auch Hauswirtschaft und Wohntraining.

Die Betonung des gemeinsamen Lernens im Leitgedanken macht deutlich, dass das „Miteinander“ die Grundvoraussetzung allen pädagogischen Handelns unserer Schule ist. Die Schüler brauchen den Lehrer nicht nur in seiner beruflichen Funktion, also als Lehrenden, sondern vor allem als Mitmenschen, als Gegenüber. Es ist auch eine Herausforderung für Lehrer und alle weiteren in der Schule Tätigen, dem einzelnen Schüler angemessen und altersentsprechend zu begegnen, also als Kind, als Heranwachsenden, als jungem Erwachsenen. Die persönliche Beziehung macht dem Schüler deutlich, dass er als Mensch angenommen ist, aber auch, dass nicht alle Verhaltensweisen toleriert werden.

Die zunehmende Zahl von Schülern, deren Eltern nicht in Deutschland aufgewachsen sind und die im Vergleich zu deutschstämmigen Schülern einen anderen kulturellen Hintergrund haben, fordert die Lehrer heraus, sich mit eben diesen Kulturen auseinander zu setzten, die Integration zu erleichtern, die interkulturelle Akzeptanz bei den Mitschülern zu fördern und auch der Zweisprachigkeit, die damit häufig einhergeht, Rechnung zu tragen. Bei der Zusammenarbeit mit ausländischen Eltern bemühen wir uns, ihnen das fremde Schulsystem transparenter zu machen. Wir achten darauf, diesen Eltern den Wert der Zusammenarbeit mit unserer Schule deutlich zu machen und sie zur Mitarbeit zu bewegen. Es gibt im Vergleich zu anderen Schulformen nur wenig Material zum Thema „Migrationshintergrund und Förderschule Geistige Entwicklung“, so suchen im Einzelfall nach Möglichkeiten, diesen Schülern auch in Blick auf ihre eigene Kultur zu fördern.

Lebensnahe Erziehung und am Leben orientierter Unterricht erfordert auch eine enge Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten und Therapeuten. Gerade der Bereich Elternarbeit, also Beratung und Begleitung, hat einen hohen Stellenwert ð Elternarbeit.

Besonders wichtig ist der Schulgemeinschaft eine gute Atmosphäre. Wir arbeiten daran, offen und wertschätzend miteinander umzugehen. Der Schulalltag gibt uns Gelegenheit zu vielen Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen:

 

 

 

Das Schaubild versucht aufzuzeigen, wie vielfältig die Kontakte in der Neumühlenschule sind. Wir passen natürlich nicht so zusammen wir Puzzleteile, trotzdem wissen wir, dass wir einander brauchen. Deshalb wollen wir den Anderen in seiner ihm eigenen Prägung, in seiner Individualität achten. Auch in Konfliktsituationen, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, möchten wir fair miteinander umgehen.

Unsere Schule ist nicht nur eine Institution zur Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten, sondern auch Lebensraum. Nur in einer guten Atmosphäre können gute Bedingungen zur Förderung der Schüler herrschen. Das erfordert auch, dass sich nicht nur die Schüler in unserer Schule wohl fühlen, sondern auch die Menschen, die hier arbeiten oder zu Gast sind. So legen wir Wert auf ein gutes Arbeitsklima.

Aufgrund all dieser Bedingungen stehen wir in verschiedenen Spannungsfeldern; einige davon nennen wir (Das „Wir“ bezieht sich teilweise auf die Schulgemeinschaft, teils auf Lehrer und Schüler oder auf die Lehrer.):

 

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